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Was war an Solons Reformen demokratisch?

Arbeitsaufträge

An der Verfassung Solons scheinen die drei folgenden Stücke am meisten demokratisch zu sein: vor allem, dass man bei Anleihen nicht mehr seine Person verpfänden darf, dann, dass jeder beliebige sich für einen, der Unrecht leidet, einsetzen darf; und das dritte, das, wie man sagt, die Macht der Menge am meisten gestärkt hat, ist das Recht, an das Volksgericht zu appellieren. Da ist das Volk Herr in den Abstimmungen, und so wird es auch Herr über den Staat; außerdem waren viele Gesetze, wie die über die Erbanteile und die Erbtöchter, kompliziert und unklar abgefasst, so dass es notwendigerweise zu vielen Prozessen kommen musste und die Gerichtshöfe über alle öffentlichen und privaten Angelegenheiten zu entscheiden hatten. Dies sind also die demokratischen Züge an den Gesetzen Solons. Vor der Gesetzgebung hatte er die Schuldentilgung (Seisachtheia) durchgeführt, und nach ihr folgte die Aufwertung der Maße, Gewichte und des Geldes.

Den Rat setzte er aus 400 Mitgliedern zusammen, 100 für jeden Stamm (gentilizische Phyle). Dem Rat auf dem Areopag (Hügel westlich der Akropolis, Tagungsort und Name für den Rat zugleich) übergab er die Überwachung der Gesetze; dieser blieb also wie früher die Aufsichtsbehörde über die Verfassung und behandelte die meisten und bedeutendsten Geschäfte und züchtigte die Gesetzesübertreter aus eigener Machtvollkommenheit mit Körperstrafen und Bußen. Die Bußgelder legte er in die Staatskasse, ohne anzugeben, weshalb die Buße bezahlt worden war. Der Areopag richtete auch über alle Verschwörungen zum Sturze der Demokratie, und Solon schuf ein eigenes Gesetz, das zur Anzeige solcher Verschwörungen verpflichtete.

Da er ferner sah, dass der Staat vielfach von Unruhen heimgesucht war und dass einige der Bürger aus Leichtsinn den Ausgang derselben dem Zufall überließen, so erließ er gegen solche ein besonderes Gesetz: Wer im Staate bei einem Parteistreit sich nicht mit den Waffen für die eine oder die andere Partei entscheidet, soll ehrlos und der politischen Rechte beraubt sein.

Die Gesetze wurden auf die bekannten Holztafeln geschrieben, in der Königshalle aufgestellt, und alle schworen, sich an sie halten zu wollen. Die neun Archonten schworen bei dem Steine (Gesetzestafeln waren drehbar in eine Art Steinpyramide eingelassen) und erklärten ein goldenes Standbild aufstellen zu wollen, wenn sie eines der Gesetze verletzten. So schwören sie auch jetzt noch. Er setzte die Gesetze auf 100 Jahre fest.

(Aristoteles, Staat der Athener, 7 ff., zit. nach: Otto Kampe, Die Attische Polis, Stuttgart 1979, S. 4 f.)

Arbeitsaufträge:

1. Fassen Sie die wesentlichen Maßnahmen Solons in eigenen Worten zusammen.

2. Wie könnte man die Staatsform bezeichnen?