Die Bedeutung der Sklaven für Athen

Die Griechen hielten Sklaven wie die meisten Völker im Altertum. Während die römischen und später auch die amerikanischen Großgrundbesitzer die Sklaven größtenteils in der Landwirtschaft benötigten, beschäftigten die Griechen, bei denen es keine Großgrundbesitzer gab, ihre Sklaven vorwiegend mit persönlichen und häuslichen Aufgaben. Schätzungen ergaben, dass es in Attika in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. etwa 100.000 Griechen und etwa 125.000 Sklaven gab. Von diesen Sklaven arbeiteten etwa 65.000 in Haushalten, 50.000 in Handwerksbetrieben und 10.000 in Bergwerken. Den Sklaven in den Bergwerken ging es am schlechtesten, denn viele von ihnen mussten arbeiten bis sie tot umfielen. Die im häuslichen Bereich arbeitenden Sklaven genossen am meisten Freiheit. In Handwerksbetrieben waren nur selten mehr als 20 Sklaven beschäftigt.

In solchen Handwerksbetrieben arbeiteten neben Sklaven auch Freie. Freie Arbeiter konnten entlassen werden, die Sklaven aber nicht, sodass in Zeiten schlechter Geschäfte diese Sklaven von ihren Herren als Belastung empfunden wurden, zumal sein Wiederverkaufswert sank.

Die Burg von Athen, die Akropolis, mit ihren berühmten Tempeln, z.B. dem Parthenon, wurde von Sklaven gebaut, die den einzelnen Unternehmern gehörten. Über den Bau der Tempel gab es Tausende von einzelnen Bauverträgen: Ein Unternehmer verpflichtete sich z.B. in einem Vertrag, mit seinem einen Sklaven 10 Karren voll Marmor vom Pentelikon-Gebirge herbeizuschaffen, ein anderer, der zwei Athener und drei Sklaven beschäftigte, verpflichtete sich, eine Säule zu bearbeiten.

(nach Curriculum Geschichte, Bd. 1, Frankfurt 1975, S. 102)