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Demokratie - was ist das? Arbeitsaufträge

'Demokratie' ist heutzutage einer der weit verbreitetsten politischen Ausdrücke. In allen Erdteilen, von Menschen aller Hautfarben wird er in Wort und Schrift als bald mehr, bald weniger geläufige Bezeichnung gebraucht. Die Alltagssprache bringt mit den Begriffen 'Demokratie' sowie den Ableitungen 'Demokrat' und 'demokratisch' viele verschiedene Vorstellungen und sehr heterogene Verhältnisse zum Ausdruck. Außer der politischen Demokratie spricht man von einer sozialen und wirtschaftlichen; irgendeine Gesetzesbestimmung oder Verwaltungsmaßnahme wird als demokratisch oder undemokratisch gekennzeichnet; dieselben Attribute lassen sich auf die Arbeitsmethoden zwischenstaatlicher Organisationen (z.B. EU, UNO etc.) anwenden; in Moral und Haltung von Individuen oder Gemeinschaften kann man 'Demokratismus' oder sein Gegenteil erkennen.

Was bei solchem Sprachgebrauch der Demokratie gemeinsam sein kann, erweist sich unter Umständen bloß als eine gleichlaufende Tendenz oder als ein auf Erreichung irgendeines Ideals zielendes Prinzip. Wenn immer dieses Ideal unter dem Namen Demokratie auftritt, ließe sich sein Sinn leichter und auch treffender durch ein anderes Wort ersetzen. So dürfte es mindestens ebenso deutlich und zutreffend sein, zum Beispiel eine Gesetzesbestimmung 'unparteiisch' oder 'gerecht' statt 'demokratisch', das Verhalten des Vorgesetzten zum Untergebenen 'überheblich' oder 'streng' statt 'undemokratisch' zu nennen.

Das Wirrwarr im Gebrauch des Wortes Demokratie verdanken wir besonderen Umständen. Zum einen gibt es überhaupt kein allgemein akzeptiertes Verfahren, um die Bedeutung dieses Wortes zu bestimmen. Demokratie lässt sich nicht durch eine Definition bestimmen wie ein Quadrat, wodurch eine Verwechslung mit anderen Polygonen leicht und allgemeingültig verhindert werden kann. Wer die Frage nach dem Wesen der Demokratie zu klären sucht, hat - im Gegensatz etwa zu den Interpreten des Kommunismus - als Richtschnur und Anhaltspunkt nicht ein einziges Schema von einem anerkannten Kommentator, aus dem sich eine orthodoxe Theorie über die Bedeutung des Wortes selber ableiten ließe. Hingegen gibt es eine Menge wissenschaftlicher wie populärer, jahrhundertealter wie neuer Darstellungen der Demokratie. Aber keine aus diesem schier unendlichen Fundus hat irgendwie eine kanonische Stellung erlangt.

Wie kann man also wissen, ob bzw. welcher dieser schillernden Begriffe ein 'richtiges' Bild der Demokratie gibt? Wäre es auch denkbar, daß Demokratie nur als Idee, als Phantom besteht, ohne Entsprechung in der Wirklichkeit?

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Wodurch besteht die Vieldeutigkeit des Begriffs 'Demokratie'?