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Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern, verkehrsgünstig im Stadtzentrum
gelegen, ist das älteste städtische Gymnasium der Bundesstadt Bonn.
Die Schule fühlt sich im Wesentlichen den folgenden, im Laufe der
120-jährigen Geschichte gewachsenen Zielen, Schwerpunkten und Werten
verpflichtet.
1) Vermittlung einer soliden
wissenschaftspropädeutischen Arbeitsweise und Arbeitshaltung sowie
einer Offenheit für neue Entwicklungen und andersartige Denkweisen.
2) Stärkung der Persönlichkeit
und Fähigkeiten und Neigungen unserer Schülerinnen und Schüler sowie
des gegenseitigen Respekts und Teamgeistes.
3) Orientierung unseres
Bildungsangebotes an den Erfordernissen der Gesellschaft mit einem
mathematisch-naturwissenschaftlichen und musischen Schwerpunkt auf der
Basis eines breit gefächerten gymnasialen Allgemeinangebotes.
EMA jetzt MINT-EC-Schule
Ein Siegel der Exzellenz für das EMA
Große Auszeichnung für die mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung
„Es ist eine hochkarätige und verlässliche Anerkennung unserer Arbeit, eine
große Ehre“, strahlt Direktor Arnold Heer und präsentiert das Schild mit
der Aufschrift „MINT-EC-Schule“. Das bedeutet: Das EMA gehört jetzt zum ausgewählten
Kreis von 56 Schulen bundesweit, die in hervorragender Weise in den Fächern
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (abgekürzt MINT)
ausbilden.
Die Auszeichnung wird vom Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher
Excellenz-Center an Schulen (MINT-EC) bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
verliehen. Dem Verein geht es darum, den Unterricht in den Naturwissenschaften
zu verbessern, gerade angesichts zu geringer Studierendenzahlen in diesen
Fächern, und will Wirtschaft, Hochschulen und Schulen besser miteinander
verzahnen. Das EMA, als Realgymnasium gegründet, trug bis in die 70er Jahre
den Beisatz „Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium“. „Dann kam die
Gleichschaltung“, berichtet Heer, „und alle Schulen musten das gleiche Angebot
haben.“ Als Ende der 90er Jahre wieder eine stärkere Profilierung der Gymnasien
gefordert wurde, habe man sich entschlossen, „die alten Stärken zu entwickeln“.
Seit zwei Jahren nehmen alle Fünft- und Sechstklässler an einer Experimentier-Arbeitsgemeinschaft
teil.
MINT-Koordinator Volker Martini: „Die Zehn- und Elfjährigen sind hoch
motiviert und haben einen großen Forscherdrang. Diese Interessen muss man
nur wahrnehmen und fördern.“ Bei den Experimenten seien die Kinder sehr emsig.
Wer hier auf den Geschmack gekommen ist und entsprechende Noten in Mathematik
und Naturwissenschaften hat, kann in der siebten Klasse in eine Fachprofilklasse
(MN-Klasse) aufgenommen werden. Hier erhalten die Kinder – anders als im
Lehrplan vorgesehen – einen durchgehenden Unterricht in allen naturwissenschaftlichen
Fächern. Martini: „Das Forschen wird weiter trainiert. Nun geht es darum,
gezielter an die Phänomene heranzugehen und sie in Worte zu fassen. Zunehmend
wird daran gearbeitet, Mess- und Beobachtungsdaten richtig aufzunehmen und
zu deuten und die Mathematik einzubauen, sie erfahrbar zu machen als Sprache
der Naturwissenschaften.“
Künftig wird es möglicherweise im Oberstufenunterricht am EMA, das schon
jetzt regelmäßig zwei Leistungskurse in Mathematik und – eine Rarität – einen
in Chemie hat, zu noch mehr Interesse an Naturwissenschaften kommen. Martini
geht davon aus, dass vor allem mehr Mädchen MINT-Leistungskurse wählen werden.
Bislang sind es nur wenige, doch in den Fachprofilklassen stellen sie ein
gutes Drittel der Teilnehmer. Gerade bei der Oberstufenarbeit kommt dem EMA
die intensive Kooperation mit den benachbarten Instituten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen
Fakultät der Universität zugute. Ein Kernkriterium für die Aufnahme in den
Kreis der MINT-Excellence-Center ist neben dem besonderen Gewicht der Naturwissenschaften
auch der Zugang zur Informationstechnik. Am EMA, das eine Schwerpunktschule
für Informatik ist, lernen alle Schüler den Umgang mit dem Computer. Aushängeschild
ist hier auch die Homepage der Schule ( http://www.emabonn.de
). Die Zugehörigkeit
zu den MINT-EC-Schulen verschafft dem EMA nun den Zugang zu einem Netzwerk:
Es gibt Lehrerfortbildungen an renommierten Wissenschaftseinrichtungen, und
auch für die Schüler finden interessante Treffen statt. Nicht zuletzt, so
Professor Dieter Meschede, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, hätten
Schüler von MINT-EC-Schulen größere Chancen, an den beliebten Schülerakademien
des Bundeswerks für Begabtenförderung teilzunehmen.
Brigitte Linden (General- Anzeiger Bonn vom 6.11.2002)
Zwei Beispiele für erste praktische Auswirkungen
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Bericht über die Teilnahme am MINT-EC-Wochenende „Mut zu MINT II“ im Oktober
2002 in Berlin:
Im Oktober 2002 wurde mir angeboten, an einem Wochenendseminar des MINT-EC
in Berlin teilzunehmen, zu dem weitere 70 naturwissenschaftlich interessierte
Schülerinnen von MINT-EC-Schulen eingeladen waren. Ziel des Seminars waren
sowohl eine Berufsinformation als auch die Kommunikation zwischen den Teilnehmerinnen.
Da wir von der Firma Siemens eingeladen wurden, hat man uns zu Beginn der
Veranstaltung ausgiebig über die Siemens-Berufsakademien sowie Siemens-Förderprogramme,
vor allem „Yolante“, informiert. Referenten waren bis auf eine Ausnahme Frauen,
die über ihre eigenen Karrieren in den oft männerdominierten Gebieten sprachen.
So berichteten unter anderem zwei Studentinnen von einer Fachhochschule
und einer Universität über ihre Erfahrungen und die Bedingungen an der jeweiligen
Hochschule. Besonders eindrucksvoll war der Vortrag einer Mitarbeiterin des
Arbeitsamtes, die neben Informationen zu naturwissenschaftlichen Lehrgängen
auch viele nützliche Links mitgebracht hatte. Alle Referenten betonten vor
allem die Chancen von Frauen in der Forschung und die vorhandenen Möglichkeiten
Beruf und Familie zu kombinieren.
Es hat mich besonders gefreut, dass nicht nur eine Karriere an einer
Hochschule beschrieben wurde, sondern auch immer wieder Alternativen genannt
und auch in den Mittelpunkt gestellt wurden. Dies finde ich erwähnenswert,
da bei solchen Veranstaltungen oft nur der eine Weg genannt wird, wodurch
bei vielen der Eindruck entsteht, die Naturwissenschaften seien außerhalb
der Hochschule nutzlos.
Als Abschluss hatten wir selbst einmal die Möglichkeit uns zu einer Diskussion
in Gruppen zusammenzuschließen um über die mögliche Vernetzung der MINT-EC-Schulen
nachzudenken. Die Ergebnisse dieser Diskussion sind in Form eines Berichtes
zusammen mit einer Power Point-Präsentation an die Schulen und Teilnehmerinnen
verschickt worden.
Trotz des intensiven Programms hatten wir genügend Freizeit um in kleinen
Gruppen Berlin zu erkunden und uns untereinander kennen zu lernen. Das war
hochinteressant, denn man hat selten Gelegenheit, so viele Gleichgesinnte
gleichzeitig zu treffen und mit ihnen Erfahrungen und Pläne auszutauschen.
Zusammenfassend kann ich diese Veranstaltung nur loben und sagen, dass
alle Teilnehmerinnen viele neue und hilfreiche Kenntnisse gewonnen haben,
die z. B. für meine Studienwahl durchaus von Bedeutung sein können.
Julia Oganian, Jgst. 12
Bericht über ein MINT-EC-Seminar in Regensburg vom 29.11.-1.12.2002:
Das fängt ja
super an! Man kommt hochmotiviert schon zum Bahnhof, um als einziger Schüler
der Jahrgangsstufe 10 auf ein Seminar der Deutschen Bahn, von MINT-EC
organisiert, zu fahren. Das erste, was einem die Bahn beibringt, ist, dass
sie immer noch zu spät kommt. Aus 5 Minuten in Bonn sind in Regensburg 30
Minuten geworden und ich musste bei strömendem Regen dem gerade
abgefahrenen Bus hinterherlaufen. Mit inzwischen weiteren Teilnehmern kam
ich schließlich doch noch an.
Der erste Vortrag kam von einem Vertreter des
Unternehmensberatungs-Konzerns Bearing Point. Der hatte gehofft, dass sich
wenigstens ein paar Leute für einen späteren Job in der Wirtschaft
interessieren, aber die Naturwissenschaftler waren doch in der absoluten
Überzahl. So wurde dieser erste Programmpunkt zur todlangweiligen
Veranstaltung. Der Abend war dann der Eigeninitiative überlassen.
Am nächsten Morgen ging es mit den Vorträgen der Deutschen Bahn los. Als
erstes erklärte uns deren Ausbildungschef etwas über das
Ausbildungssystem bei der Deutschen Bahn und die vielfältigen Jobs, die
einem zur Verfügung stehen.
Danach wurden
Gruppen eingeteilt, die den Unterschied zwischen der Infrastruktur der
Straße und der Schiene erarbeiten und das Ergebnis dann in einer Präsentation
darstellen sollten. Das Ergebnis war fast ausgewogen, die Schiene bekam
einen leichten Vorteil. Im folgenden Vortrag wurden das
Fahrplan-Planungs-System und das Gleissystem allgemein erläutert. Als nächstes
kamen das Gleissystem im Einzelnen und die Aerodynamik an die Reihe.
Beides wurde auch recht anschaulich dargestellt, doch die Erklärung zur
Berechnung der Formung von Rad und Schiene, die vermutlich selbst
Abiturienten Schwierigkeiten bereitet hätte, war überflüssig.
Nach dem Mittagessen kamen die interessantesten Teile des ganzen
Programms. Zunächst besichtigten wir ein Lehrstellwerk, das uns
genauestens erklärt wurde und das wir dann auch selber bedienen durften.
Anschließend stand Outdoor-Training auf dem Programm, das jeder DB-Azubi
eine Woche lang machen muss. Dabei geht es darum, als Gruppe einen
Hindernis-Parcours zu überwinden bzw. eine bestimmte Aufgabe zu lösen.
Dass das ganze Team die Aufgabe bestehen muss, also kein einziger versagen
darf, frustriert manchmal ganz schön, aber es stärkt das Teamgefühl
enorm.
Dann kamen Studenten der Unis Ulm und Regensburg. Sie stellten ihr
jeweiliges Studienfach vor. Besonders interessant war der Vortrag eines
Wirtschaftsphysikstudenten, der ein relativ neues Studienfach (erst seit
1998) unglaublich begeistert und spannend erklärte. Außerdem erhielten
wir eine Reihe nützlicher Internet-Links zur Weiterbildung und für
Stipendien. Die Regensburger Studenten gaben danach einen Einblick in das
Maschinenbaustudium.
Am nächsten Morgen versuchte uns noch ein Geologie-Professor zu
begeistern, was aber nicht sonderlich gelang. Danach war noch eine kurze
Nachbesprechung der Veranstaltung.
Das Ganze war, obwohl es erst eine der ersten Veranstaltungen von MINT-EC
war, unglaublich interessant und spannend. Ich habe eine Menge neuer
Bekanntschaften geschlossen und auch die Fahrt, die Unterbringung und das
Essen waren nicht schlecht. Allen Schülern, die je die Chance bekommen zu
solch einer Veranstaltung zu fahren, kann ich nur sagen: Nutzt die
Gelegenheit, um vielleicht auch schon früh den Schritt in eine
aussichtsreichere Zukunft zu machen.
Jakob Welsing, Klasse 10b
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