Web-Seiten ab zehn Seiten Umfang verlangen erhöhte Aufmerksamkeit. Schließlich gibt es für die Besucher Ihrer Seiten kaum Schlimmeres, als nach einem Mausklick unverhofft im Internet-Nirwana zu landen.
Je nach Plattenkapazität stehen Ihnen mehrere Installationen zur Verfügung. Hier würde ich Ihnen die Variante empfehlen: alle Standard-Komponenten installieren - Online-Hilfe ist besonders wichtig - und die beigefügten Cliparts am besten weglassen. Die Mini-Bilder erinnern an frühere Clipart-CDs von Corel und sind allesamt nicht besonders gelungen. Frontpage 98 macht sich mit 32 MByte auf der Platte breit - die Vollinstallation kommt auf über 50 Mbyte. Um das Tool ordnungsgemäß zu betreiben, muß TCP/IP bereits vorinstalliert sein. Außerdem ist ein HTTP-Server notwendig. Microsoft liefert den "Personal Web-Server" in Version 3 mit. Standard-Port ist generell 80. Sollte bereits ein Server auf diesem virtuellen Anschluß laufen, läßt sich dieser leicht ändern. Alle Webs liegen standardmäßig im Root-Verzeichnis WebShare. Zugriffs-Berechtigungen für Workgroups werden automatisch erstellt. Frontpage 2000: noch mehr Umfang!
3. Seiten-Management
Drei Icons erscheinen nach der kurzen Installationsphase im Desktop: der Frontpage Explorer, der Editor und die Server-Extensions. Der in der früheren Version noch mitgelieferte TCP-/IP-Checker ist nicht mehr dabei. Dafür glänzt der FP-Explorer mit neuen Features.. Dem Web-Master stehen mehrere Ansichten zur Verfügung: die herkömmliche Dateiansicht, alle Files ohne Directory-Struktur, eine neuartige Navigations- und die bekannte Hyperlink-Ansicht. Zudem lassen sich unter einem weiteren Menüpunkt die zu erledigenden Aufgaben verwalten. Diese Verwaltung ist den Programmierern jedoch nicht ganz geglückt: Weder lassen sich zeitgesteuerte Aufgaben (z.B. einmal im Monat die Banner wechseln), noch Aufgabenverzeichnisse anlegen.
4. Frontpage-Explorer starten.
Menü "Datei" , Option "Neu", dann "Frontpage
Web"
Im Dialogfeld "Frontpage Web" die Option
"Standard-Web". Erzeugt wird ein leeres Web mit einer einzigen leeren Seite.
Vergeben Sie als Namen für das Web "Versuch". Es wird das gleichnamige
Unterverzeichnis im Verzeichnis C:\Frontpage Webs\ angelegt, in das Frontpage alle zu
Ihrem Web gehörenden Dokumente ablegt. Das gilt für eine Normalinstallation! Doppelklick
auf die leere Standard-Seite oder auf das Editor-Symbol in der Knopfleiste starten den
Frontpage-Editor; er bietet die üblichen Möglichkeiten der Textformatierung (Menü:
"Format" sowie z.T. über verschiedene Buttons der Knopfleiste). Weitere Seiten
können nur im Editor über das Menü "Datei", Option "Neu" erzeugt
werden. Denken Sie daran, alle Seiten mit eigenem Namen anzuspeichern (Menü
"Datei", Option "Speichern").
5. Navigationsansicht:
Hier ist es per Drag&Drop ganz einfach, komplexe Webs zu generieren und die Struktur dabei im Auge zu behalten. Auf Wunsch benutzt FP komplette Web-Designs, die in großer Anzahl mitgeliefert werden. Die Grafiken sind zwar durchweg besser als die bereits angesprochenen Cliparts, vom Aufbau her sind Ihnen allerdings enge Grenzen gesetzt: Im Grunde werden nur die Buttons und Banner ausgetauscht und die sind meiner Ansicht nach viel zu groß!!!!! Eine Besonderheit sind in diesem Zusammenhang die "Gemeinsamen Randbereiche". Einmal festgelegt, läßt sich damit keine Seite mehr ohne den definierten Platzhalter aufbauen. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn die Navigationselemente immer links oder oben stehen. Um bestehende Dateien, Ordner oder Webs zu übernehmen, bietet der FP-Explorer eine ausgereifte Import-Funktion: Nicht nur von einer beliebigen Festplatte bzw. Diskette, auch von externen Servern lassen sich wie im Offline-Browser komplette Sites auf die Platte ziehen. Tote Links erkennt der Explorer sofort - und stellt sie als abgebrochenen Hyperlink dar. Auch Umbenennungen von Ordnern und Dateien sowie Kopieraktionen nimmt der Explorer in Echtzeit vor. Alle Links im Web werden sofort angepaßt. Der Status läßt sich jederzeit mit Zusatzfunktionen prüfen. Sollte auf dem Produktions-Server etwas schiefgegangen sein, kann per "Hyperlinks neu berechnen" das komplette Web wieder ins Lot gebracht werden.
Prunkstück der Web-Suite ist der Frontpage Editor. Er bietet volles WYSIWYG - mit kleinen Fehlern und Einschränkungen. Die Vielzahl der Menüleisten wirkt auf den ersten Blick zwar abschreckend, wer allerdings schon mit WinWord gearbeitet hat, wird keine Probleme haben. Drei Buttons, umschaltbar in der Fußleiste, rufen on-the-fly Seiten-Vorschau, editierbaren HTML-Code und Normalansicht ab. Hier war Microsoft besonders detailverliebt: Markierte Stellen in der Normalansicht werden beispielsweise nach dem Umschalten auch im HTML-Code angezeigt, der Fensterausschnitt steht zudem an der richtigen Stelle. Änderungen im HTML-Code werden ohne Verzögerung übernommen und auch in der Normalansicht präsentiert. Geben Sie ein Tag ein, das Frontpage nicht kennt, wird kurzerhand ein visualisiertes HTML-Zeichen in die WYSIWYG-Seite eingebaut. Frontpage verarbeitet alle HTML-3.2-Tags und einiges aus HTML-4.0. (nicht so toll!)
Nützliche Finesse am Rande: Wenn Sie einen Hyperlink kopieren, ist es egal. auf welcher Seite und in welcher Verzeichnistiefe Sie ihn wieder einfügen. Frontpage korrigiert den Link automatisch.
Zwischen den Seiten lassen sich beliebig Elemente per Drag&Drop bzw. via Zwischenablage verschieben. Gelungen ist auch das Handling von Image-Maps - diverse Werkzeuge stehen im Editor zur Verfügung - und die hervorragenden Tabellen- bzw. Formular-Features. Ärgerlich ist, daß für die Formularauswertung keine Standard-CGI-Scripts serienmäßig dabei sind. So ist man auf externe Scripts angewiesen. Die FP-Bots und die automatischen Elemente sind eine Besonderheit von Frontpage. Damit lassen sich beispielsweise Kommentare einfügen, HTML-Seiten automatisch oder nach Zeitplan in vorhandene Seiten bzw. Tabellen integrieren, Seitenzähler einbauen, Marquee-Laufschriften generieren (die mit Netscape Navigator nicht sichtbar sind) oder automatische Anzeigenwechsler erstellen. Die aktiven Elemente - unter anderem auch die mitgelieferte Search-Engine - funktioniert jedoch nur, wenn auf dem Web-Server die Frontpage-Extensions installiert sind.
Insgesamt sind auch zuwenig Java-Klassen dabei und das, wo die integrierten Appetit auf mehr machen: Mit Hover-Schaltflächen können Sie beispielsweise MouseOver-Grafik-Links unkompliziert in die Web-Site einbauen. Zu den negativen Aspekten des Editors gehören einbrechende Performance bei Tabellen über 30 KByte und ein paar kleinere Bugs im Bild-Handling. So werden beispielsweise Bildgrößen von verkleinerten Bildern beibehalten. Zu wünschen übrig lassen auch die Tastatur-Shortcuts.
Noch unausgereift ist die Java-, JavaScript und DHTML-Unterstützung.
Es gibt kaum zu lösende Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung der Dateinamen. Unter Linux gab es mit den zusätzlich erhältlichen Unix-Extensions Probleme. Hier gibt es offensichtlich Probleme mit der Publish-Funktion, mit der die erstellten Web-Seiten auf den Linux-Server übertragen werden. Mit einem externen Tool (z.B. WS_FTP) klappt es aber reibunglos. Einstellung: alles klein bei WS_FTP!
7. Erstellen von Hyperlinks
Hyperlinks stellen Verknüpfungen zwischen Web-Seiten dar. Eine als Hyperlink markierte Textstelle wird im Editor unterstrichen dargestellt. Er markiert die Absprungstelle zu einer anderen Datei. Als Landestelle kann eine andere Web-Seite als ganzes oder eine besonders markierte Textmarke dienen.
Methode 1: Verknüpfen zweier vorhandener Seiten
Markieren Sie zunächst das Zielwort (Landestelle des Sprunges) als Textmarke im Menü "Bearbeiten", Option "Textmarke". (Ergebnis: Markierung mit einer gestrichelten Linie)
Markieren Sie jetzt die Absprungstelle als Hyperlink; Menü "Bearbeiten", Option "Hyperlink" oder Button "Hyperlink". Im Dialogfeld wählen Sie auf der Registerkarte "Aktuelles Frontpage Web" die gewünschte Seite aus.
Methode 2: Verknüpfen einer vorhandenen Seite mit einer noch zu erschaffenden Seite
Markieren Sie die Absprungsstelle als Hyperlink (Button in der Symbolleiste).
Im Dialogfeld geben Sie auf der Registerkarte "Neue Seite" einen Seitentitel vor und akzeptieren die Vorgabe "Standard-Seite". Der Editor erzeugt sofort eine leere Seite, die Sie je nach Voreinstellung sofort bearbeiten können.
Methode 3: Hyperlinks ins Internet:
Sie können mit der Registerkarte "WWW" sogar einen Hyperlink zu einer Seite oder Datei im World Wide Web erstellen. Dazu geben Sie eine bekannte URL-Adresse (http://viola.ist-lieb.de.de) ein. Einen Hyperlink kontrollieren Sie durch Druck auf die linke Maustaste bei gleichzeitig gedrückter STRG-Taste - der Cursor landet dann auf der Zielseite.
Das Löschen oder Korrigieren eines Hyperlinks erfolgt im Menü "Bearbeiten" über die Optionen Hyperlink löschen und Hyperlink-Eigenschaften.
8. Einfügen / Importieren von Dateien
Sie können an jedem beliebigen Ort einer Seite Texte, Bilder, Sound-Dateien etc. einfügen.
Menü "Einfügen", Optionen "Bild, Video, Hintergrundklang, Datei ... " FrontPage erlaubt unter der Option Datei den Import der Text-Formate *.TXT, *.RTF, *.DOC, *.HTM, aber auch von WORKS- bzw. EXCEL-Dateien.
Bilder müssen entweder im Format *.GIF (256 Farben mit 8 Bit
Farbtiefe) oder *.JPG (24 Bit Farbtiefe) vorliegen. Gif=Grafik, Jpg=Fotos.
Bilddateien mit einer Dateigröße von mehr als 30 KB verursachen bei
manchem Modembesitzer nicht mehr zumutbare Ladezeiten.
Im Menü Bearbeiten erlaubt der Befehl Bildeigenschaften die
Abmessungen, die Ausrichtung des Bildes, die Dicke der Rahmenlinie sowie eine
Alternativdarstellung festzulegen. Als Alternativdarstellung können sie entweder ein
kleineres Bild mit einer niedrigeren Auflösung oder einen Text eingeben. Letzterer wird
von einem Browser anstelle des Bildes
angezeigt, wenn beim Surfer die Anzeige Bilder deaktiviert ist.
Bilder können Hotspots(Image-Maps) enthalten. Dies sind markierte
Teilbereiche, hinter denen sich ein Hyperlink verbirgt. Hotspots werden mit der
Bild-Symbolleiste erstellt. Diese enthält auch die interessante Möglichkeit, Bilder
transparent darzustellen.
Tabellen werden über das Menü "Tabelle" oder den entsprechenden Button eingefügt. Adressen mit E-Mail-Funktion sind besondere Hyperlinks.
Registerkarte "WWW", Hyperlink-Typ "mail-to"
einstellen.
Frontpage erlaubt auch das Importieren von fertigen HTML-Dateien oder
fertigen Webs. (s. unten!)
Erstellen eines Frame-Webs
Erzeugen eines neuen Webs im Frontpage-Explorer (Typ: Standard-Web)
Im Frontpage-Editor Menü "Datei", Option "Neu", über den "Frame-Assistent" ein "Frame-Set" erstellen lassen - es gibt hier zahlreiche Vorlagen.
Der Frametyp "einfaches Inhaltsverzeichnis" erzeugt z.B. 3 Dateien:
die Rahmen- oder Steuerdatei "Frames1.HTM", sowie die Dateien Frinhalt.HTM und Frhaupts.HTM. Die Steuerdatei definiert das Format des Framesets, Frinhalt.HTM könnte z.B. das schmalere Inhaltsverzeichnis mit den Hauptlinks enthalten, während Frhaupts.HTM die Start- oder Begrüßungsseite enthält.
Bei allen anderen zu erstellenden Seiten muß im Dateinamen ("FR.......") angedeutet werden, daß es sich um Dateien handelt, die in Frames dargestellt werden.
Bei der Erstellung von Hyperlinks muß außerdem festgelegt werden, auf welcher Frameseite (Ziel-Frame) das neu zu erstellende Dokument erscheinen soll. Hierzu verwendet Frontpage vordefinierte Namen, z.B. im obigen Beispiel "Inhalt"
und "Hauptseite".
Folgende gemäß HTML-Standard vordefinierte Namen haben eine besondere Bedeutung und gelten auch unter Frontpage:
_BLANK lädt die Zielseite in einem neuen Browser-Fenster
_SELF lädt die Zielseite in das Frame, von dem aus der Link augerufen wurde
_TOP lädt die Zielseite als neue Seite ohne Frames (sollte grundsätzlich bei Links ins WWW benutzt werden)
10. Probleme: Aufpassen beim Hochladen....z.B. bei T-Online gibt es keine Unterverzeichnisse und alles wird automatisch klein!!!geschrieben. Bei Windows 95/98 werden alle neuen Dateien mit einem ersten Buchstaben als Grossbuchstaben formatiert. Lokal funktioniert alles, im Internet funktioniert der Link nicht! Grundregel: alles klein ...acht Buchstaben-Punkt-htm!!!!
Frontpage kommt mit Spaces in Dateinamen nicht zurecht - es macht (z.B. bei Links) aus Space %20.
Frontpage setzt gern absolute Adressen, wenn relative mindestens reichen wuerden. Wenn dann die Verzeichnisse auf dem Entwurfsrechner auch noch Spaces oder Umlaute im Namen haben, ist das Ergebnis bedrueckend - null Reaktion.
Frontpage definiert als Schriftart anscheinend "Arial" - die Schrift kennen bestenfalls Rechner mit Microsoft-Betriebssystem. (wenigstens Helvetica angeben!)
Frontpage setzt den "Tab"-Befehl in eine Kette von um - Frontpage stellt grosse Schrift durch <big><big><big> dar statt durch "size xxx". Das blaeht.
Wenn ein Block zentriert werden soll, dann zentriert Frontpage Zeile fuer Zeile - das blaeht, das kostet Uebertragungszeit.
Frontpage kommentiert endlos: Verdopplung der
Dateigröße! (beispiel-Web Mittelamerika:
710 KB statt 92 KB!!!!!!)
Slashs / in fertigen Web-Seiten werden zu Backslash \ !
11. Was ist DHTML, was ist CSS ?
Dynamic-HTML ist eine Weiterentwicklung von HTML, der Seitenbeschreibungssprache im Web. HTML ist statisch. Sind Seiten einmal beim User angelangt, lassen sie sich kaum mehr verändern. Erst zusätzliche Elemente wie Java-Applets oder GIF-Animationen verleihen ihr Dynamik. Letztlich geht es darum, die Elemente auf einer Seite manipulieren zu können oder durch den User manipulieren zu lassen. Auch die exakte Positionierung von Elementen auf einer Seite leistet HTML nur in begrenztem Umfang. Erst seit der Einführung der Formatvorlagen (Stylesheets) ist eine vorhersehbare Positionierung möglich. Zur Manipulation von Seiteninhalten eignen sich Script-Sprachen. Die Codes werden direkt von den Browsern ausgeführt. Eine wesentliche Errungenschaft von DHTML ist die engere Verbindung zwischen HTML und diesen Script-Sprachen. Jedes Wort, jeder Absatz, jede Linie aber auch jede Formatierung, jede Tabelle und jeder Frame kann nun von Scripts Daten empfangen oder selbige abgeben. DHTML arbeitet unabhängig vom Server. Anders als bei rein Datenbank-gestützten Web-Seiten steckt der Code, der Veränderungen auslöst, direkt in der Seite und fordert keine Server-Aktion an. DHTML eignet sich also besonders zum Schreiben dynamischer Präsentationen, die der User auch offline ohne optische und funktionelle Abstriche aufnehmen kann. Leider ist DHTML von Microsoft und Netscape nicht immer kompatibel!
Cascading Style Sheets (CSS) können für das konsistente Formatieren von Seiten angewendet werden. In Stylesheets kann eine Kombination von Eigenschaften einem Tag oder einer Klasse bzw. ID zugeordnet werden. Wenn z.B. alle Überschriften der Größe H1 in kursiver Arial-Schrift einer bestimmten Farbe erscheinen sollen, muß im Stylesheet folgendes erscheinen: h1 { font-family: Arial; font-style; italic; color: #55FF55 } Natürlich ist es nicht immer ratsam, ein Tag fix zu verändern. Hierfür werden Klassen oder IDs definiert: .intro { font-family: Times New Roman; font-size: 14pt; color: #002244; background-color: #FFFF00 } weist der Klasse intro bestimmte Stile zu. Im HTML-Code kann nun die Klasse entweder auf ein Tag oder einen bestimmten Bereich angewandt werden,
z.B. <strong class="intro"> ... </strong> bzw. <span class="intro"> ... </span>
Das span-Tag definiert in diesem Beispiel genauso wie das DIV-Tag einen Container - einen bestimmten Bereich, dem dann bestimmte Eigenschaften zugewiesen werden.