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Wie erstelle ich ein Referat in der Sekundarstufe II?

Beispiel: Der Alkohol

Mit freundlicher Genehmigung von Alex Wulf, Universität Karlsruhe , etwas verkürzt

Vorbemerkung

Anhand eines Beispiels soll hier gezeigt werden, wie man ein Referat - einen Sachtext - unter Benutzung moderner Hilfsmittel verfaßt. Es geht also weniger um den Alkohol (voraussichtlich kommt gar kein fertiges, zum Abschreiben geeignetes Referat dabei heraus), sondern um die Methode.

Gegeben seien:

Form

Hier geht es um ein Referat im Rahmen der Schule. Die formalen Ansprüche sind bescheiden: man braucht einen Titel (gegeben), eine Einleitung, den Hauptteil und einen Schluß. Einen Vortrag kann man völlig frei halten, mit einem Stichwortzettel oder nach einem Manuskript. Die schriftliche Fassung auf Papier oder für das Netz bedarf darüber hinaus einer Struktur in Form von Abschnitten, gegebenenfalls ist ein Verzeichnis der Quellen und weiterführenden Literatur anzuhängen.

Hörer- bzw. Leserschaft

Unter diesem Punkt hat man sich folgende Fragen zu beantworten (wobei je nach Aufgabe manche Fragen weggelassen werden können):

Umfang

Hier soll der Vortrag mit Zubehör 45 min dauern. Für die eigentliche Rede kann man also 30 min plusminus wenige Minuten ansetzen. Bei dem gegebenen kleinen Publikum und dem Ziel des Vortrags sollte man Zwischenfragen zulassen, auf jeden Fall aber die Möglichkeit zu Fragen im Anschluß vorsehen, gegebenenfalls sogar provozieren. Bei Zwischenfragen muß der Vortragende an die Zeit denken, eine ausschweifende Diskussion sprengt den Zeitrahmen und auch die Geschlossenheit des Vortrages. Ansonsten sind Fragen ein bewährtes Mittel gegen den Schlaf.

Weitere Begleitumstände

Thema

Das vorliegende Thema ist ziemlich allgemein gehalten. Falls man über das Thema gar nichts weiß, greift man als erstes zu einer Enzyklopädie (Meyers, Brockhaus, Encyclopaedia Britannica). Dort findet man oft einige Stichwörter, von denen aus man weitergehen kann. Bei dem vorliegenden Thema könnten einige Kenntnisse bereits vorliegen, die grob zu ordnen sind:

Von diesen Sachinhalten abgesehen, braucht man für die Einleitung einen Gedanken, der eine Verbindung vom Publikum zum Thema herstellt und Aufmerksamkeit weckt ("Schon die alten Römer ... " oder ein Goethezitat oder etwas Einfallsreicheres) sowie einen Gedanken für den Schluß, der in Erinnerung bleibt und gegebenenfalls die Diskussion eröffnet ("Ich komme zum Schluß und fasse zusammen ..." oder ein Schillerzitat oder nochmals etwas Einfallsreiches). Es ist wie beim Fliegen: Start und Landung sind heikel. Falls man einmal einen guten Einfall hat oder findet, sofort aufschreiben.

Wenn man meint, genügend Oberbegriffe zu haben, geht es an deren Verfeinerung (Top-Down-Entwurf). Das Folgende ist eine grob geordnete Stoffsammlung:

Chemie und Physik
Wirtschaft und Industrie
Medizin
Soziologie, Sprache
Geschichte
Politik
Kultur und Religion

Beschaffung von Informationen

Nachdem man den Umfang des Themas ausgelotet hat, geht es an die Beschaffung der Informationen, es sei denn, man habe bereits alles im Kopf. Folgende Wege stehen offen:

Vorbereitung

Je sorgfältiger die Fragen oder Suchen vorbereitet sind, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Völlig verkehrt wäre es, als ersten Schritt in einem Dutzend Newsgruppen des Internets einen Hilferuf loszulassen: "Hilfe!? Ich muß ein Referat über Alkohol halten (übermorgen). Wer schreibt mir?". Es gibt dankbare und undankbare Fragestellungen. Während man im Gespräch mit Menschen die Fragestellung aufgrund von Gegenfragen verbessern kann und der Gesprächspartner aus dem Zusammenhang der Fragen vieles erschließt, sind Computer für ein solches Gespräch (noch) zu dumm. Man braucht klare, einfache Begriffe, die mit und/oder verknüpft sind. Hier geht es um Alkohol samt seiner Übersetzung ins Englische und Französische. Synonyma gibt es nicht, Über- und Unterbegriffe nur wenige. Ein Gegenbeispiel ist das auch aus dem Schulleben gegriffene Thema "Die neuen Medien und die Gesellschaft". Neue Medien gibt es viele unter vielen Namen, die Gesellschaft tritt in vielerlei Gestalt auf, und einem bestimmten Wissensgebiet läßt sich das Thema auch nicht zuordnen. Hier muß man die Information in zwei Stufen suchen: zuerst Suchbegriffe suchen und dann die eigentliche Information über neue Medien und die Gesellschaft.

Bibliotheken
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