Französische Geschichte--2 Darstellungen (bis 1815)

 

Knaurs Lexikon

Seit etwa 1000 v. Chr. von Kelten bewohnt; mehrfache Einwanderungen: 58 v. Chr.-486 n. Chr. römische Prov.; Sueben unter ->Ariovist 1. Jh. v. Chr.; Westgoten, Burgunder u. Franken im 5. Jh. n. Chr. Gründung des ->Fränkischen Reichs. 843 Spaltung: Vertrag von ->Verdun. Bis 987 Normanneneinfälle, Lothringen dt., Teil von Burgund selbständig. Kapetinger (987-1328), Kämpfe mit den nach Nordfrkr. eingedrungenen Engländern u. dem Papsttum. Machthöhe unter ->Philipp d. Schönen. Unter Haus Valois (1328-1589) Erbfolgekriege mit England (100jähr. Krieg); F. verliert Aquitanien u. Calais (1360); Siege der Jeanne d'Arc gg. Engländer. Im 15. Jh. Streben nach kirchl. Freiheit (->gallikanische Freiheiten). Unter Franz I. erfolglose Kämpfe um Italien u. gg. Karl V. Blutige Bürgerkriege (Hugenotten: Bartholomäusnacht 1572), beendet durch das Edikt v. ->Nantes (1598) unter Heinrich IV., dem ersten Bourbonen. Zeitalter d. Absolutismus, durch Richelieu (1624) begr. unter Ludwig XIII. Im Westfäl. Frieden erhält F. das östr. Elsaß. Glanzzeit des Absolutismus unter Ludwig XIV. (Min. Colbert); Erweiterung des frz. Kolonialreichs (Louisiana, Senegambien, Westindien). Réunionskriege (->Réunionskammern) und Pfälzer Krieg (1667-97). 1685 Vertreibung der Hugenotten. Übersteigerung der auswärt. Eroberungspolitik (Krieg gegen Spanien, Holland usw.) führte im 18. Jh. zur wirtsch. Erschöpfung; Niederlage durch England; Verlust der meisten Kolonien (1763), Staatsbankrott unter Ludwig XVI. 1789 Revolution, 1792 Verkündung der Republik, 1793 Hinrichtung des Königspaares, Schreckensherrschaft. 1795 Direktorium, 1799 gestürzt, Aufstieg Napoleons zum 1. Konsul, 1804 zum Kaiser, Eroberungskriege gg. Preußen, Österreich, Spanien, Italien, Kontinentalsperre gg. England. Ausdehnung über Holland bis zur Elbe. Zerstückelung Dtlds (Rheinbund); 1812 Napoleons erfolgloser Feldzug gg. Rußland, Ende d. "Großen Armee"; 1813 ->Befreiungskriege; 1814 Internierung Napoleons auf Elba, Rückkehr, "100 Tage"-Herrschaft; Niederlage bei Belle-Alliance (Waterloo); Verbannung nach St. Helena.

 

Bertelsmann Lexikon

Von einer eigenständigen westfränk. Gesch. kann man erst seit der endgültigen Teilung des Frankenreichs von 888 sprechen. 987 ging die Herrschaft von den westfränk. Karolingern auf die Kapetinger über. Zwar sicherte Hugo Capet die Erblichkeit der Krone, doch blieb die Macht der Kronvasallen erhalten. 1154-1214 war ganz West-F. in engl. Besitz. Im Verlauf des 13. Jh. entwickelte sich ein starker frz. Einheitsstaat. Nach dem Aussterben der Kapetinger begann die Herrschaft des Hauses Valois (1328-1589). Zur Anerkennung seines Thronfolgerechts begann Eduard III. von England 1338 den Krieg mit F., der mit längeren Unterbrechungen bis 1453 dauerte (Hundertjähriger Krieg). Mit Hilfe der Jungfrau von Orléans gelang es Karl VII., die Engländer aus F. zu verdrängen u. den Nationalstaat zu einen u. zu stärken. Auch aus den Religionskriegen (Hugenottenkriege) des 16. Jh. ging das Königtum gestärkt hervor. 1589 begann die Herrschaft der Bourbonen in F. u. damit der Weg zum Absolutismus. Das Edikt von Nantes (1598) verlieh den Hugenotten beschränkte religiöse Duldung u. staatsbürgerl. Gleichberechtigung. Den beiden Kardinälen Richelieu u. Mazarin gelang es, den absolutist. Staat endgültig aufzurichten, der unter Ludwig XIV. seine volle Macht entfaltete u. F. zeitweise zur ersten Großmacht in Europa machte. Die Verstrickung F.s in den Österreichischen Erbfolgekrieg u. den Siebenjährigen Krieg in Europa u. Amerika brachte das Land finanziell an den Rand des Ruins u. bereitete neben dem Denken der Aufklärung den Boden für die Frz. Revolution 1789. Auf die Erstürmung der Bastille durch Pariser Volksmassen (14.7.1789) folgten Abschaffung aller Feudalrechte, Verkündigung der Menschen- u. Bürgerrechte, Aufhebung der Klöster u. Orden, Einziehen des Kirchengutes, Verstaatlichung der Schulen u. Einführung der Zivilehe. In den Septembermorden (2.-6.9.1792) kam es zum Bruch zw. Girondisten u. radikalen Jakobinern unter G.J. Danton u. M. de Robespierre. Die 1791 gewählte Legislative wurde durch einen Nationalkonvent ersetzt, der am 22.9.1792 die Republik (Erste Republik) ausrief u. den König am 21.1.1793 hinrichten ließ (Ende der Bourbonenherrschaft). Die nun einsetzende sog. Schreckensherrschaft (1792 bis 95) mündete in die Herrschaft des Direktoriums, die durch den Staatsstreich Napoleons (9.11.1799 = 18. Brumaire) beendet wurde. Damit war die Zeit der Frz. Revolution abgeschlossen. - Erstes Kaiserreich: Napoleon I. schuf das neue System der plebiszitären autoritären Herrschaft. Er gab der neuen Gesellschaftsordnung im Code civil (1804) ihre bis heute noch verbindl. Rechtsgrundlage. 1804 beschloß der Senat, F. in ein erbl. Kaisertum umzuwandeln. - Restauration: Endgültige Vertreibung Napoleons I. im Verlauf der Koalitionskriege.